Vorbereitungen

Die Vorbereitungen sind im vollem Gange.

Die Wohnung wird nach und nach leerer, die Reisepässe der Kinder sind nun da und wir können unser Russlandvisum beantragen.

Und es gibt ein neues Video von uns:

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von blauen Steinen bis zum blauen Meer

Erster Anlaufpunkt sind die blauen Felsen „Painted rocks“ im Süden von Tafraoute. Wir schnappen uns Maggie und machen erstmal einen kleinen Erkundungsspaziergang. An dem Brunnen auf dem Platz hat sich eine Wagenburg angesiedelt, die ihre Musikanlage mit für uns nicht so angenehmen Basstönen beschallt und der gesamte Platz ist mit Klopapier übersäht. Das Ganze erscheint eher wie die Sonntags-Festival-Stimmung.
Etwas enttäuscht von der Athmosphäre des Platzes suchen wir uns ein Eckchen etwas weiter weg. aber dennoch am Fuße eines blauen Hügels. Hier verbringen wir ruhige Tage, einen Bummel nach Tafraoute, Wäschewaschen und fahren zu den Felsmalereien in Ukas über das Ait Mansour Tal. Michael und Peter kommen mit ihrem Styer an, es gibt eine unterhaltsame Reifenwechselaktion (nicht bei uns) und wir tanken Wasser am Brunnen. Abends sitzen wir mit den beiden am Lagerfeuer, bevor uns die gesamte Nacht der Bass der Wagenburg dröhnt. Am nächsten Tag fahren wir nach Tafraoute zum Markt und weiter gehts gen Süden.

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leider beschädigt

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viel Obst/Gemüse wenig Moos

Wir schmachten etwas nach Wasser und beschließen Richtung Atlantik zu fahren.
In Guelmim besuchen wir nochmal den Supermarkt. Wenn man den Parktplatz sieht, könnte man denken, dass dieser Markt nur für europäische Wohnmobilreisende gebaut wurde.

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Einkaufswagenkapitän

Wir übernachten auf einem kleinen Pass inmitten von Kies und Kakteen.
Dann kommen wir durch TanTan und fahren weiter an die Küste. Nach einer kleinen Allrad-Verwindungs-Strecke durch eine ausgetrocknete Flüssmündung stehen wir etwas oberhalb vom Kies-Müll-Strand.

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Ja, hier liegt doch ziemlich viel Müll herum. Auch vor größeren Städten kann man immerwieder das Phänomen beobachten, dass ca. 4-6km vor den Städten die gemeine Plastiktüte ihren Entsorgungsort gefunden hat. Selbst an den kleinsten Büscheln bleibt sie hängen und ziert die Landschaft in bunte, wehende Farben.
In den Städten selbst gibt es zwar Mülltonnen und auch Entsorgungs-LKW, aber so 100%ig scheint das System noch nicht zu funktonieren.
So haben wir hier am Strand aber auch einiges zu entdecken. Neben rauschenden Wellen, greischenden Möwen und endlich mal Wasser, lässt man hier Strandgut liegen, welches man in Dänemark mit Stolz nach Hause bringen würde.
Eine windige, aber mit 14 Grad doch sehr warme, Nacht später geht es weiter nach Süden. Wir kaufen frisches, noch sehr heißes und lecker duftendes Brot. Bis zum Lac Naida geht es über die N1. Das Landschaftsbild wird wieder sandiger.
Am Lac Naila, einer Bucht umgeben von Steilküste und weißen Dünenlandschaften, genießen wir die Sonne und kümmern uns um Punkt 8 (s.u.)

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Loch im Boden

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einer von vielen hier

Nun mal ein Zwischenstand der verlorenen, kaputten, wieder reparierten, verschwundenen Dinge.
1. Das tolle Goldfisch-oberteil aus Chefchaouen vom Fuchsmädchen hat leider nicht einmal tragen überstanden. Der grobgewebte Stoff an den Ärmeln wurde nicht umgenäht und so trennt sich der Stoff an Ärmeln langsam auf. Also Ärmel abgeschnitten und hoffen, dass es noch ein bisschen hält.
2. Inzwischen fahren wir ohne „Fest“stellbremse. Also Bremsen geht, der Handbremshebel bleibt nur nicht mehr in dieser Stellung, da die Feder im Griff gebrochen ist. Bis jetzt konnte uns noch keine Werkstatt oder was auch immer weiterhelfen. Das heißt also: wenn der Hano irgendwo stehen bleiben soll, dann Motor aus und Gang rein. An Steigungen muss Andy den Hebel halt festhalten, aber das müsste er zum losmachen eh.
3. Wo sind all die Haarspangen hin? Wer hat sie verbummelt? Auf dem Souk in Tafraoute gab es zwar Glitter-glitzer-Haarspangen (Andy schreit nein), nur bis jetzt sind uns keine mehr über den Weg gelaufen. Nicht mal in dem südlichesten Hypermarche Marokkos.
4. Das Kfz-Ladekabel hat einen Wackelkontakt und läd zur Zeit nicht richtig.
5. Auf der Fahrt zu dem Felszeichnungen gab es eine kleine Schrecksekunde. Die alte Piste, die durch ein Qued führte, war nach ca 500m zugeschüttet. Beim Rückwärtssetzten geht auf einmal gar nichts mehr. Was ist passiert? Das Hinterachsdifferential hat sich doch tatsächlich auf einen Stein abgelegt, nachdem sich das linke Hinterrad im Kiessand nach unten gearbeitet hat.
Hinterachse hoch, Räder unterfüttern und wieder raus. Zum Glück ist dabei nichts kaputt gegangen, nur der Deckel hat kleinere Kratzer. Glück gehabt!
6. Wer braucht schon eine Nähmaschine für unterwegs? Wir nicht…dachten wir. Insgesamt 5 Hosen von uns haben unerwünschten Lochfraß.
7. Nach einigen Rüttelpisten hat sich die Plastikhalterung des Navis verabschiedet. Traurig blickte es auf den Fahrzeugboden statt in die grinsenden Gesichter der Fahrzeuginsassen. Jetzt fährt es unflexibler aber stabiler mit einem Winkel verbunden direkt auf dem Armaturenbrett mit.
8. Pause machen, ums Auto gehen und dann: geht das Schloss nicht auf. Etwas hakelig war es schon die letzten Tage. Zum Glück haben wir einen Durchgang und die Seitenklappe. Nach Druckluft und Hammereinsatz lässt sich das Schloss endlich öffnen. Dann ausbauen und einmal komplett vom Saharasand befreien. So leicht wie jetzt ließ es sich noch nie schließen!

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Merzouga, Zagora, Foum Zguid

Wir starten in Merzouga mit einem großem Brotvorrat und doppelt soviel Obst und Gemüse.
Dann fahren wir Richtung Taouz, wo die Teerstraße endet und die Hoppelpiste anfängt. Auf dem Weg sehen wir unseren ersten Wüstenfuchs. Leider von einem Jungen mit beiden Armen nach oben angepriesen zum Verkauf.
Wir folgen der Piste nach Südwesten. Steinig sandig und die Kombination aus schwarzem Stein und gelben Sand geben ein tolles Landschaftsbild. Die Nacht verbringen wir zwischen einzelnen Bäumen stehend mit einigen großen Käfern und vielen Fliegen.

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Weiter geht es am nächsten Tag durch das mit Feschfesch-Sand (sehr sehr feiner Sand) gefüllte Qued Rheris. Schon am Vortag wurde uns von einem Jugendlichen 20 Kilometer vorher erzählt, es sei „very difficult for this car“. Auch jetzt, kurz vorher, versucht man uns mit Handbewegungen klarzumachen, dass wir mit diesem Laster die Durchfahrt nicht schaffen würden, beziehungsweise wird sich als Führer angeboten. Wir lassen alle freundlich links liegen. Fahren ans Qued heran, der Reifendruck wird etwas gesenkt und lustig schaukelnd und wie im Sand schwimmend geht es durch das ca. drei Kilometer breite Qued. Kein Problem for this car, eher wahrer Fahrspaß!

Dann geht es weiter über ausgetrocknete Seen, Tonebenen und sandige Täler. Ab und zu taucht ein Brunnen mitten in dieser trockenen Gegend auf. Tief bis sehr tief, aber wasserführend.

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Am Rande einer großen angewehten Sanddüne übernachten wir mit leckeren Lagerfeuer-Kartoffeln. Nicht ohne vorher nochmal Besuch von dem Aubergenbesitzer in der Nähe zu bekommen, der neben seiner Unterkunft auch rauschige Mittelchen anbietet.
Es geht weiter über steinige Pisten, vorbei an einem Militärposten und immer wieder begleitet von einer Motorradgruppe. Also der Hano fährt zwar langsamer als diese Maschinen, aber es bedarf trotz Kleinkind weniger schwitzreiche Pausen. So sind wir ziemlich exakt gleich schnell.

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Die Strecke wird immer grobsteiniger und es geht hinauf auf einen Pass. Steinige Strecke geradeaus und langsam fahren geht, bergauf jedoch bekommt Andy wieder richtig Fahrspaß. Mit so ein paar Kurven und Steigungen ist doch mehr los!
Oben auf dem Pass übernachten wir. Für Maggie ist die Wüste sehr zwiespältig. Sanddünen sind großartig, aber auch anstrengend. In der Steinwüste gibt es unglaublich viele Steine zum schnuppern, aber leider auch kleine Gewächse mit fiesen Dornen drunter, welche sich im Fußballen festsetzen. Durften bis auf das Fuchsmädchen hier alle schon erleben.

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Wir fahren hinab in ein leeres Tal. Außer den Bergen drumherum und der Piste sowie ein Brunnen gibt es hier weit und breit nichts Zivilisiertes zu sehen.
Wieder über einen Pass geht es aus dem Tal heraus, noch an einem Militärposten vorbei. Diese fragen nach der Möglichkeit ihre Reifen aufzupumpen. Fix sind die Reifen wieder befüllt und es geht ein letztes Stück Piste bis zur Teerstraße nach Zagora.
Zur Orientierung fahren wir an den Stadtrand. Plötzlich kommt ein Wirbelwind auf und neben uns zieht ein kleiner, das Fuchsmädchen faszinierender, Mülltornado vorbei. Viele bunte Plastiktüten kreisen durch die Luft. Eine trägt die Aufschrift „Lidl“.
Zurück in der Zivilisation nach ein paar Tagen „fast“ Einsamkeit wird man in Zagora direkt zurück geholt. Nicht nur die Moppedfahrer, welche schon am Eingang auf interessante Fahrzeuge für ihre „Garage“ warten. Dany wird auch von einer jüngeren Frau angesprochen, während Andy in der Pharmacerie ist. Leider versteht keiner was der andere sagt, und auch die Umherstehenden können der Kommunikation nicht hilfreich beiseite stehen. Als Andy zurück kommt, guckt die Frau schüchtern weg und sagt nichts mehr.
Wir werden noch eingeladen ein Foto vor einer Werkstatt zu machen, für den Werbezweck. Bekommen noch einen Pfefferminztee und schon wird das Auto inspiziert. Die Blattfedern hinten liegen wohl auf und das wäre so nicht gut. … Ins Schwarze getroffen. Die Blattfedern sind tatsächlich eher müde statt wach. Auf dem Rückweg wartet ein neues Paket auf seinen Einsatz. Trotzdem hört sich Andy das Angebot an, die Federn auszubauen, aufzusprengen und wieder einzubauen. Das ganze soll heute noch passieren – ist klar. Der Preis jedoch ist nach kurzem Handel tatsächlich in Ordnung. Zeit haben wir ja, also warum nicht den Versuch wagen den Feder etwas „Fit Kick“ zu verpassen.
Sofort geht es an die Arbeit. Wie viele Leute passen eigentlich in einen Hano? Wer will das schon wissen, spannender ist die Frage wie viele passen drunter, um eine Feder auszubauen?
Vorschläge dürfen als Kommentar abgegeben werden, beim nächsten mal gibts die Auflösung.
Knapp 50 Jahre hat unser Hano nun auf dem Buckel, so manche Schraube sitzt da wohl schon etwas länger.
Trotzdem ist am Abend die linke Feder wieder eingebaut. Zwar nicht die versprochenen 9cm Höhengewinn, aber wir haben uns ja auch gegen zusätzliche „neue“ Federblätter entschieden (mit saftigem Preisaufschlag).
Zusammen mit dem Werkstatt-Team essen wir in der Halle zu abend. Marokkanischer Salat= Sardinen mit Oliven und Peperoni, dazu Brot.
Vielleicht lecker. Fisch jedoch nicht Unser. Aber das Brot mit Olivenöl von „Mamasproduktion“ war lecker.
Pünktlich um 8 gehts am nächsten Tag auf der anderen Seite weiter. Und nach einem sehr warmen und staubigen Tag sind wir nachmittags tatsächlich fertig.
Getrübt wird das ganze leider durch die Tatsache, das Cheffe am Ende knapp 50% auf den Preis aufschlagen will. Zähe Verhandlung und ein nicht so netter Abschied, aber wir sind mit dem ausgemachten Preis gefahren.

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Generell bringt uns der Tag ins Grübeln. Geld regiert die Welt, leider irgendwie überall. Gastfreundschaft, freundliches Entgegenkommen der Leute, um dann doch einen Shop oder Garage anzupreisen ist das was die Leute wirklich ausmacht. Wenn man versucht ein Land zu bereisen und auch ein Teil der Menschen „kennenzulernen“ ist es enttäuschend festzustellen, dass das nur soweit oberflächlich funktioniert, solange man das Touri-dasein mitspielt. Erinnerungen gehen an unseren Begleiter aus Holland in Fes. Dort eine Trommel, hier Arganöl, den Hut, ja nehm ich. Jedem, der ihn ansprach, kaufte er etwas ab. Souveniersammler oder seine Art mit den Menschen umzugehen, weil sie ihn dann in Ruhe lassen?
Wir gehen einkaufen. Auf dem Weg kommt uns ein Junge von circa 4 Jahren entgegen und sagt :“Bonjour, Dirham?“ Das ganze nicht bettelnd, sondern einfach während er mit gleichaltrigen auf dem Weg nachhause ist im Vorbeigehen.
Manchmal kann einem so eine Stadt durch ihre Begegnungen mit zwei Gesichtern hängen bleiben.
Trotzdem bleiben wir noch zwei Tage und erleben weitere positive Augenblicke. Der olivenverkaufende Junge mit dem Foto seiner Großfamilie, welches er stolz in seinem kleinen Lädchen hängen hat, bleibt als strahlendes und für uns ehrlich gefühltes Lächeln im Gedächtnis.

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Spaziergang im Palmenhain
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Blick in den Garten

Während Andy am Gemüse- und Obststand einkauft, steht Dany mit dem Fuchsmädchen auf dem Arm vor dem Stand und guckt sich um. Irgendetwas schmatzt ganz laut. Ein Blick auf das Fuchsmädchen verrät: Es guckt sich das Obst und Gemüse an und fängt vor Apettit schon an zu schmatzen. Genießer halt! Besonders muss ihr gefallen haben als Andy dem Verkäufer eine vier zeigt und auf die Äpfel zeigt und dieser mit den Worten „quattre kilo“ in den Hinterraum geht. Dany als Spielverderberin klärt auf und es gibt nur 4 Äpfel.
Dann sind wir wieder fahrlaunig. Von Zagora geht es über Piste und Steinwüste Richtung Mhamid.

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auf dem Weg zur Schule
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Sonnenuntergang

Diesen Ort umfahren wir etwas im Nord-Westen und gelangen gleich auf die Weichsandpiste Richtung Erg Chegagga. Die Sonne scheint heute irgendwie besonders doll und die Sprühflasche mit dem Abkühlungswasser kommt richtig zum Einsatz. Hanos zweite Klimanlage 😉
Die erste wirkt bei diesen Temperaturen nicht viel…
Wir fahren bis an die Dünenausläufer an der Ostseite, verlieren dabei die Piste und schlagen uns Offpiste durch Geröll und Düne. Immerwieder aussteigen, auf die Düne klettern und von dort Karten im Kopf erstellen zur weiteren Navigation. Zurück auf der Piste, verlassen wir diese auch bald schon wieder, um neben einem Baum im Schatten eine eiskalte Außendusche zu genießen und sich von der Landschaft verzaubern zu lassen.

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im Sandsturm
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wenn die Wolke einen einholt

Weiter geht es auf die großen Dünen zu. Am Rand entdeckt Dany hinter hitzflimmern ein etwas größeres Gefährt. Beim Heranfahren erkennen wir den Unimog, den haben wir schonmal auf dem Reschenpass gesehen haben. Kleine Welt. Diesmal lernen wir sogar die Besatzung dazu kennen.
Martin, Stephanie und Sarah (rainbowjourney.de) sind seit ca. 3 Jahren unterwegs. Zusammen verbringen wir den restlichen Tag mit Tee trinken, Kinderbespaßung und Sandsturm. Abends geht es noch auf die großen Dünen hinauf.
Zum Frühstück bekommen wir noch Besuch von Michael und Peter im Steyr und am frühen Nachmittag fahren alle weiter ihrer Wege.
Wir haben uns sehr über das Treffen gefreut und haben den intensiven Tag sehr genossen. Man trifft sich mindestens dreimal im Leben 😉

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Nach ein paar weitern Dünenspielereien und der Weichsandpiste im Norden des Erg Chegaggas, fahren wir über den Lac Iriki in Richtung Foum Zguid. Unterwegs übernachten wir an einer angewehten Düne am Seerand. Dabei machen wir beim Abendspaziergang unzählige Fossilienentdeckungen und könne gar nicht genug davon bekommen hier herum zu stöbern.

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Lac Iriki
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vergessen die Tür richtig zu schließen

 

IMG_7534Über steinige und rüttelige Piste kommen wir dann am nächsten Tag in Foum Zugid an. Wir fahren noch ein Stück Nordwärts und übernachten zwischen Palmen, um am nächsten Morgen von Ziegen beim Frühstück überrascht zu werden.
Nach den ganzen tollen Wüsten Eindrücken zieht es uns wieder in Richtung Berge. Wir fahren über Tata nach Tafraoute zu den Painted Rocks. Die Bergwelt zwischendurch ist jedoch auch nicht zu verachten, auch wenn die Berg-Stein-Wüste irgendwann etwas eintönig wirkt.

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durch Stein und Sand

Wir verlassen Fes und starten in Richtung Erg Chebbi. Es geht durch den mittleren Atlas, wo reichlich Schnee auf uns wartet. Es wirkt surreal: Am Rand stehen festlichen verzierte Pferde zum Reiten neben Holzschlitten zum Rodeln. An der Straße liegen viele Straßenhunde, die den kleinen schneefreien Rand der Fahrbahn nutzen. Auf einer langen Geraden sehen wir im vorbeifahren jeweils einen Hund rechts und links der Straße. Als wir recht nah dran sind, steht der linke Hund auf und läuft sehr seltsam weiter. Aus geringer Entfernung wird uns klar: Es ist ein Affe.
Die weitere Strecke führt uns über einen waldigen Berg, auf dem Berberaffen leben.
Wir können nun nachvollziehen, was Schneeblindheit sein kann. Alles ist weiß und hell. Ohne Sonnenbrille geht hier nichts mehr. Wir entscheiden uns, eine Pause zu machen, und zu warten, bis das Fuchsmädchen schläft. Denn sie reißt sich immer wieder die Sonnenbrille herunter und beschwert sich lautstark über das blendende Weiß und die strahlende Sonne.
Dann geht es aus dem mittleren Atlas in die Ebene zwischen diesem und dem hohen Atlas. Wir sind in einer Steinwüste und finden einen Steinbruch zum Übernachten.
Weiter geht es über Midelt an der Ostseite des hohen Atlases gen Süden. Manchmal führt die Straße kilometerlang geradeaus, um dann einen kleinen Knick zu machen und in einer völlig anderen Landschaft wieder kilometerweit geradeaus zuführen.
An der Straße liegt ein See, der über Geröllsteine erreichbar ist. Hier können wir das erste Mal mit Picknickdecke einen Nachmittag draußen verbringen, versuchen marokkanisches Zalouk (Auberginenpüree) zu kochen und genießen die Ruhe.

Auf der Weiterfahrt schlängelt sich die Straße zwischen den Bergen entlang. Wie aus dem Nichts schaut man dann in ein kleines Tal voll bewachsen mit Palmen, das nach kurzer Zeit wieder verschwindet und von weitem nicht ausmachbar ist.
In Merzouga tanken wir und füllen unsere Essensvorräte auf. Es geht auf die erste Piste vom Pistenkuh Offroadführer. Da unser Navi die GPS-Punkte falsch anzeigt, fahren wir erstmal auf der falschen Piste und stehen vermutlich wenige Kilometer vor der Grenze zu Algerien. Als uns dies auffällt, können wir nur noch – beobachtet vom Militärposten oben auf dem Berg – im Schotter wenden. Also querfeldein und Pistenfrei zum eigentlichen GPS-Punkt. Merke: Bei Navigator nicht die GPS-Punkte als Wegmarkierung setzten, dann nimmt der nämlich die nächst mögliche bekannte Straße, statt dem eigentlichem Punkt.
Wir übernachten am Fuße des Jbel Bega und genießen die weite Sicht.
Am nächsten Tag fahren wir weiter. Es geht durch einige Queds. Ein Qued ist zu sandig, sodass wir an diesem entlangfahren bis wir eine bessere Durchfahrt finden. Das Ganze natürlich nicht unentdeckt vom Militärpunkt auf der anderen Seite. Pünktlich zur Durchfahrt kommt ein Militärfahrzeug auf uns zugefahren und es steigen 5 Soldaten aus. Sie wollen wissen wo wir hin wollen, wer wir sind und notieren dies in einem Notizbuch. Zwischendurch immerwieder entzückt vom Fuchsmädchen („Now you are in Marokko, not in Germany!“ und „Hello Baaaaaby“), fragt Andy was für ein Fahrzeug sie fahren. Ein spanischer Atlas. Zum Hubraum wollen sie dann nichts mehr sagen. Dann sagt einer von ihnen, dass hier der Militärposten ist, aufgrund der Nähe zu Algerien. Zu der Frage, ob wir einen von ihnen mit nach Merzouga nehmen können, erzählt Andy vom „barking dog“. Das scheint zu überzeugen. Also sollen wir dem Atlas erst mal folgen und es gibt einen Mini-Konvoi und für uns unsere erste längere Weichsanddurchfahrt. Dank Militärkonvoi ohne Luftdrucksenkung. Einfach Allrad rein und durch. Schafft der Hano auch so! Am Militärstützpunkt sollen wir erst mal 5 Minuten warten. Dann werden wir erneut gefragt, ob wir einen von ihnen mit in den nächsten Ort nehmen können. Wieder erklären wir, dass Maggie das etwas stören würde. Also telefoniert er nochmal und wir sollen nochmal 5 Minuten warten. Nach dem Telefonat mit dem Sheriff wird nochmal nach GPS gefragt. Andy zeigt unser Navi mit den Wegpunkten und wir dürfen weiterfahren.
Es geht weiter in ein kleines Dünengebiet und wir lassen die erste Luft aus den Reifen. Es wird ein bisschen in Sand und Kies gespielt. Dann wird ein schöner Stellplatz in den Dünen gefunden. Das Fuchsmädchen sitzt das erste Mal im Saharasand und ist fasziniert.
Montag fahren wir die Piste weiter und kommen auf die Weichsandstrecke, die ums Erg Chebbi führt. Diese fahren wir bis wir einen guten Düneneinstieg finden. Nun geht es die Dünen auf und ab: es gibt fast nur recht große steile Dünen, mit denen Hano zu kämpfen hat. Beim Schaufeln und Sandbleche legen kommt ein Berber und breitet neben uns seine Ausgrabungssouverniere aus.
Weiter geht es auf der Weichsandpiste um das Erg. Wohin das Auge reicht Dünen. Von kleinen bis großen einfach ein großartiger Anblick. Hano wiegt sich über die Dünen und wir fahren weiter ins Erg hinein. Die Dünen werden höher und es ist ein wahrer Spaß auf den nächsten Kamm zu klettern, um dann wieder in ein neues, unbekanntes Dünenbild zu blicken.
Mitten in den Dünen bleiben wir stehen und genießen die Stille, die fast Tag helle Nacht bei Mondschein und Sternenhimmel und warten auf die 1Grad kalte Nacht bis das Thermometer am nächsten Tag wieder auf 28Grad steigt.
Der nächste Tag stellt uns vor eine größere Aufgabe. So „einfach“ es schien in die Dünen hineinzufahren geht heute nicht mehr viel. Der Reifendruck wird nochmal gesenkt (1bar). Und es geht über immer steilere Dünen. Machbar, aber bei jeder dritten Düne Hano mit Sandblechen zu unterstützen, ist auf Dauer recht anstrengend. Also entscheiden wir uns wieder die grobe Richtung SüdOst einzuschlagen, um zurück zu der Weichsandpiste zu gelangen. Einfacher gesagt als getan. Dünen haben nunmal zwei Seiten. Kommt man auf der flachen gut hoch, bleibt man an der steilen Seite hängen.
Oder man bleibt direkt auf dem Kamm stecken. Also ordentlich schaufeln. Solange bis Hano von unten wieder zu sehen ist.
Wieder im flacheren Dünenbereich geht es nordwärts, vorbei an einem Dorf und zurück in die „Zivilisation. Die aber nie weit weg war, denn auch im Sand gab es Moped-Guides, Dromedarherden und Fossilienverkäufer.
Es wird getankt und geshoppt was der Laden hergibt, leider nicht das was auf unserem Einkaufszettel steht. Das Fuchsmädchen ist ,ähnlich wie der Punktehund, versessen auf Bananen und Mandarinen. Eben der Laden hat schon zu, alle anderen verkaufen hauptsächlich Dosenwaren und Süßigkeiten. Dann halt morgen.
Auf dem Campingplatz nahe den Dünen genießen wir eine warme Dusche (abends wenns kalt wird) und wir entspannen für ein paar Tage, auf aufgrund von Erkältungsbegleiterscheinungen lassen wir es ruhig angehen.

 

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Schneeblind
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Kühlerfigur
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Gipfelstürmer
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Weichsandpiste

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Lastenlaster
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Kreuzung
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Guten Morgen Wüste
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Kiesebene
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im nichts
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Trendsetter
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Wegmarkierung
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Spurenlesen

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Schräglage
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Spurenlesen 2